Isle of Reason

Liberty, Rationalism, and the Desire for Future Improvement

Archive for the category “Geschichte”

Die Tierrechtsbewegung im freien Fall. PeTA verspielt letzte Sympathien

Ich bin ja selbst Vegetarier und als solcher grundsätzlich dafür, Regeln, die den Umgang mit Tieren betreffen, zu verschärfen. Vor allem die industrielle Tierhaltung produziert meines Erachtens eine Menge Leid, dass ethisch nicht gerechtfertigt werden kann. Aber bei dem, was sich die Flaggschifforganisation sämtlicher Tierschutz-/Tierrechtsbewegungen, die PeTA (People for the ethical Treatment of Animals), neuerdings wieder erlaubt, stellt sich schon die Frage, ob man sich selbst noch unter diesem Überbegriff subsumieren lassen möchte.

Was ist passiert? In den Vereinigten Staaten soll eine Mutter ihr Baby in der Mikrowelle gegart habe, und ich hoffe doch sehr, dass jeder halbwegs vernünftige Mensch bei solchen Geschichten das kalte Grauen bekommt.

Nicht so die PeTA. Mit einer Skrupellosigkeit ausgestattet, wie sie mancher Gauleiter nicht besessen hatte, wird das Ereignis zu einer kolossal widerwärtigen Kampagne ausgeschlachtet, Motto: Fleisch in der Mikrowelle zuzubereiten ist ethisch gleichwertig mit obiger Geschichte. Die Organisation, die sie selbst als Höhepunkt der ethischen Entwicklung betrachtet, hat keinerlei Wertschätzung für ein Menschenleben übrig.

Schon nach dem Holocaustvergleich (Tierkäfig =KZ) war die Organisation in meinen Augen moralisch diskreditiert. Jetzt hat sie meine Meinung ausdrücklich bestätigt.

Gefunden auf der Achse des Guten.

Linke Faschisten, nationale Sozialisten: Ein unerhörter Vergleich (4)

Seit Anbeginn der Geschichte des politischen Denkens bewegt sich die Konstruktion neuer Staatsformen auf einer bipolar Achsen, an deren Ende die beiden Extreme Individualismus und Kollektivismus fremd verankert sind. Jede Gesellschaft positionierte sich dort auf die ein oder andere Weise; auf der “egoistischen” Seite des Spektrums finden sich der Anarchismus, der Liberalismus und – mit Abstrichen – der Konservativismus wieder, auf der “sozialen” Seite die Sozialdemokratie – ebenfalls mit Abstrichen- , der Sozialismus und der Kommunismus.

Man kann solch eine Einteilung auch in ökonomischer Sicht vornehmen, wie ich dies im letzten Teil der Serie getan habe. Dort ging es mir vor allem darum, aufzuzeigen, dass sich der Nationalsozialismus und der Kommunismus in wirtschaftlicher Hinsicht doch erheblich nahestanden; von einer zentralistischen Marktwirtschaft kann in Hitler-Deutschland beispielsweise im Bezug auf die Rüstungsindustrie sehr wohl gesprochen werden. Mit der freien Marktwirtschaft hatten beide Systeme in jedem Fall wenig am Hut. Weiterlesen…

Linke Faschisten, nationale Sozialisten: Ein unerhörter Vergleich (3)

»Der Faschismus ist eine historische Phase, in die der Kapitalismus eingetreten ist, insofern etwas Neues und zugleich Altes«. [Er kann] nur bekämpft werden als Kapitalismus, als nacktester, frechster, erdrückendster und betrügerischster Kapitalismus.« (B. Brecht)

Die Brecht’sche Faschismusanalyse ist die letzte Bastion, auf die sich linke Totalitarismustheoretiker seit der stalinistischen Schreckensherrschaft berufen können, wenn es zu zeigen gilt, warum Kommunismus und Nationalsozialismus zwei  qualitativ grundverschiedene Systeme darstellen. Als Beleg für diese These gelten im Allgemeinen die deutschnationalen Großindustriellen wie Fritz Thyssen, die unter Hitler mir ihren Rüstungsprodukten zu Ansehen und Vermögen kamen. Doch wie plausibel ist das? Weiterlesen…

Linke Faschisten, nationale Sozialisten: Ein unerhörter Vergleich (2)

Zu den Absonderlichkeiten der deutschen Befindlichkeit gehört sicherlich die Beurteilung der beiden deutschen Diktaturen in der linken und rechten Ausprägung. Dass die Kommunisten in der Öffentlichkeit fast immer besser wegkommen als die Nationalsozialisten, scheint unter anderem mit dem direkten Vergleich beider Systeme zusammenhängen, den man hierzulande geboten bekam, wobei die DDR dabei deutlich besser abschnitt. Es mag jedoch durchaus noch einige weitere Gründe dafür geben; ich habe die im ersten Teil der Serie kurz angeschnitten.

Dies soll aber hier nicht Thema sein. Es geht mir um den direkten Vergleich beider Vertreter, wobei es mir – bei allen gegeben Unterschieden – vor allem darum geht, die Gemeinsamkeiten aufzuzeigen, gemäß der von Gutmenschen gerne propagierten Formel, nicht das betonen, was uns trennt, sondern die Dinge hervorheben, die uns einen. Ich vermute jedoch, dass mein Versuch des ideologischen Brückenbaus trotzdem nicht zu ihrer Zufriedenheit ausfallen wird. Weiterlesen…

Die Antifa marschiert wieder

1.Mai-Demos: Damals..

Der erster Mai ist ein Tag mit großer Symbolkraft. Dies bedeutet in erster Linie, dass chronisch nach Aufmerksamkeit heischende Spinner Plakate basteln, damit die Straßen blockieren und die örtliche Polizei zu einem kostengünstigen Großeinsatz zwingen. Nimmermüde Aktivisten fahnden professionell nach ähnlich symbolträchtigen Daten – Tschernobyl, Führers Geburtstag, Mauerfall, was auch immer – die sich dazu eignen, die westliche Welt und mit ihr den Kapitalismus, den Liberalismus und den technischen Fortschritt zu geißeln. Weiterlesen…

Israel, schlimmster Staat auf Erden

So oder ähnlich klingt der Tenor aus linksprogressiven Meinungsmachern und arabischen Hinterwäldlern, wenn es mal wieder um den Nahostkonflikt geht, von dem wir ja alle wissen, dass seine Lösung sämtliche Probleme auf der ganzen Welt – Klimawandel, Armut und Genfood – im Nu beseitigen würde. Bei allem Tamtam, dass dazu immer gemacht wird, übersieht man doch oft, dass der Konflikt eigentlich gar nicht besonders schwer beizulegen wäre, vorausgesetzt freilich, die arabische Halbinsel würde einen jüdischen Nachbarn an ihrer Seite tolerieren. Insofern ist es dann natürlich  doch schon wieder schwierig.

Wie dem auch sei – als erlauchter Bildungsbürger weiß man natürlich, auf wen der Zwist am toten Meer zurückzuführen ist. Seit der Gründung Israels 1948 werden Jahr für Jahr Analysen verfasst, die den zionistischen Aggressor zum Haupt- oder gar alleinigem Verantwortlichen im Streit um ein bisschen Wüste und der damit verbundenen Kränkung der Ehre der muslimischen Welt küren, womit sie zwar ihre beeindruckende Kreativität zur Schau stellen, sich dabei aber in Parallelwelten bewegen, die jedem Psychiater Freude bereiten würden. Weiterlesen…

In Memoriam Auschwitz

Vor exakt 66 Jahren wurden im heutigen Polen ein Vernichtungslager, dessen Name heute als Synonym des Nazi-Terrors und des Holocaust gilt, von der Roten Armee befreit, vor fünfzehn Jahren in Deutschland als Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erkoren (der 8.Mai schaffte es seltsamerweise nicht zu einem deutschen Gedenktag). Deswegen gibt es im ehemaligen Lager eine Gedenkzeremonie, bei der dieses Jahr nun auch zum ersten Mal der deutsche Bundespräsident und Herr der Binse, Christian Wulff, sprach.

Die Anwesenden hüllen sich bei dieser Gelegenheit ganz in schwarz, überhaupt wird Trauer und Mitleid suggeriert. Charakteristische Phrasen wie “Aus der Geschichte lernen”, “”Solidarität mit den Opfern” und die “besondere Verantwortung der Deutschen”, wie sie jedes Jahr gedroschen werden, verwehren allerdings eher die Beschäftigung mit dem Holocaust und lassen die Veranstaltung zu einer wenn auch gut inszenierten Zeremonie verkommen. Weiterlesen…

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