Isle of Reason

Liberty, Rationalism, and the Desire for Future Improvement

Archiv für den Monat “Juni, 2011”

Freiheit statt Demokratie? (2): Gibt es apriorische Erkenntnis? Und was hat sie mit dem “Prozess der Zivilisation” zu tun?

Die Theorie der Erkenntnis a priori  hat in der Geschichte der Philosophie eine lange Tradition. Die Suche nach dem letzten, ewigen Grund hinter den Dingen besaß zeitlebens eine sehr große Anziehungskraft; man denke nur an das platonische Reich der Ideen und an den transzendentalen Gott des Christentums, in dem sich das “universelle Prinzip” offenbart. In der Neuzeit hat diese Theorie jedoch einiges an Bedeutung eingebüßt, nicht zuletzt aufgrund des von Karl R. Popper begründeten Kritischen Rationalismus.

Der Grund, dass wir uns mit ihr in dieser Serie beschäftigen werden, ist selbstverständlich Hans Hermann Hoppe geschuldet, der in seinem Buch den Versuch startet, diese alte Tradition – wenngleich auch weniger abstrakt -  wieder salonfähig zu machen. Zahlreiche seiner Prämissen und Thesen leiten sich aus der a-priori-Erkenntnis, weshalb man gar nicht umhin kommt, sie etwas genauer zu betrachten. Weiterlesen…

Die Tierrechtsbewegung im freien Fall. PeTA verspielt letzte Sympathien

Ich bin ja selbst Vegetarier und als solcher grundsätzlich dafür, Regeln, die den Umgang mit Tieren betreffen, zu verschärfen. Vor allem die industrielle Tierhaltung produziert meines Erachtens eine Menge Leid, dass ethisch nicht gerechtfertigt werden kann. Aber bei dem, was sich die Flaggschifforganisation sämtlicher Tierschutz-/Tierrechtsbewegungen, die PeTA (People for the ethical Treatment of Animals), neuerdings wieder erlaubt, stellt sich schon die Frage, ob man sich selbst noch unter diesem Überbegriff subsumieren lassen möchte.

Was ist passiert? In den Vereinigten Staaten soll eine Mutter ihr Baby in der Mikrowelle gegart habe, und ich hoffe doch sehr, dass jeder halbwegs vernünftige Mensch bei solchen Geschichten das kalte Grauen bekommt.

Nicht so die PeTA. Mit einer Skrupellosigkeit ausgestattet, wie sie mancher Gauleiter nicht besessen hatte, wird das Ereignis zu einer kolossal widerwärtigen Kampagne ausgeschlachtet, Motto: Fleisch in der Mikrowelle zuzubereiten ist ethisch gleichwertig mit obiger Geschichte. Die Organisation, die sie selbst als Höhepunkt der ethischen Entwicklung betrachtet, hat keinerlei Wertschätzung für ein Menschenleben übrig.

Schon nach dem Holocaustvergleich (Tierkäfig =KZ) war die Organisation in meinen Augen moralisch diskreditiert. Jetzt hat sie meine Meinung ausdrücklich bestätigt.

Gefunden auf der Achse des Guten.

Freiheit statt Demokratie? Die libertäre Fundamentalopposition (1): Steuern und Moral

Lysander Spooner

In der westlichen Welt gibt es seit einigen Jahrzehnten einen Katalog ungeschriebener Gesetze, deren Funktion es im Wesentlichen ist, die Meinungsfreiheit systematisch zurechtzustutzen. Das bevorzugte Mittel dieser Bewegung, die sich unter dem Schlagwort “Political Correctness” formiert und sich über die Jahre hinweg eine mächtige Lobby in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens erarbeitet hat, ist jedoch nicht die gerichtliche Verfolgung, sondern der Ausschluss aus der Zivilgesellschaft. Wer sich als Rassist, Nazi oder Homophober zu erkennnen gibt – wobei es oft schon genügt, eine Aussage zu machen, die sich aus dem Kontext reisen und in Form eines Ressentiments umwandeln lässt – dessen Reputation ist auf Lebzeiten irreparabel geschädigt.

Ein anderes Tabu ist die Kritik an der Demokratie, zumindest solange sie nicht von sozialistisch-marxistisch gesonnenen Geistern formuliert wird. Doch fundamentale Kritik von der dem Selbstverständnis nach rechten Seite des Politspektrums hätte hierzulande keine Chance auf öffentliches Gehör.

Macht man den Sprung über den großen Teich nach Amerika, sieht die Sache schon ein wenig anders aus. Dort formierte sich zu Beginn der achtziger Jahre ein libertärer Zirkel um Murray N. Rothbard, Schüler des österreichischen Ökonomen Ludwig von Mises, der jedwede Staatskonzeption als Angriff auf die Persönlichkeitsrechte, insbesondere die Eigentumsrechte, versteht, und konsequenterweise dem parlamentarischen System sehr skeptisch gegenübersteht. Weiterlesen…

Rudi Carrell widerlegt die Klimaerwärmung

Schenkt man den Klimaforschern um die Lichtgestalten Mojib Latif und Hans Joachim Schellnhuber glauben, dann erwärmt sich unser Planet infolge des Treibhauseffektes seit Mitte des 19. Jahrhunderts – was in etwa mit dem Beginn der industriellen Revolution zusammenfällt – kontinuirlich und unaufhaltsam, sofern wir uns nicht alle in sofortigem Verzicht üben. Geringfügige Schwankungen sind natürlich inbegriffen, doch der Trend hin zu einer wärmeren Atmosphäre hält an.

Einen kleinen Schönheitsfehler hat diese Behauptung allerdings. In den siebziger Jahren lauteten die Befürchtungen nämlich gänzlich gegenteilig: Eine gigantische Eiszeit stünde ins Haus, verursacht – natürlich – durch den Menschen und seine Frevel. Deshalb auch die Umbenennung hin zum “Klimawandel”. Weiterlesen…

Irrsinn, Wahnsinn, Sinnstiftung: Ein Volk steigt aus

Dass keine Idee absurd genug ist, um nicht doch von irgendjemand aufgegriffen zu werden und in Form eines politischen Programms gepresst zu werden, war in den letzten Wochen beileibe nicht zu selten zu erfahren. Doch dass selbst nach dem Turbo- Ausstieg noch Luft nach oben ist, hätte ich nicht unbedingt erwartet. Wir erleben gegenwärtig ein irrwitziges Überbieten im Bezug auf noch skurrilere, dämlichere oder durch was auch immer gesteigerte Ausstiegspläne. Neuester Clou: Ein Verbot der zivilen Kernkraftnutzung soll im Grundgesetz festgeschrieben werden. Weiterlesen…

Die Mär von der rationalen Energiewende

“Energiewende” hätte wohl gute Chancen, zum Wort des Jahres 2011 zu avancieren. Kein Tag vergeht, an dem die Bundesregierung nicht noch ehrgeizigere – böse Zungen behaupten, unrealistische – Ziele formuliert, die in den 40-Jahresplan (bis 2050) einfließen sollen. Man möchte aus der Kernkraft aussteigen, dem Klimawandel Mores lehren, die Vorreiterrolle im Bereich der regenerativen Energiegewinnungmethoden übernehmen, die heimische Natur schützen und den Industriestandort Deutschland retten. Am besten alles gleichzeitig.

Zugegeben, “unrealistisch” ist noch arg optimistisch formuliert. Nachgerade absurd ist es, was die Bundesrepublik da als Energiepolitik ausgibt und als Weg in die Zukunft preist. Man manövriert den Karren von einer Sackgasse in die nächste und sucht sich dann einen Schuldigen, der die Misere zu verantworten hat. In unserem Fall ist das wahlweise der Neoliberalismus, die Wirtschaft oder die USA.

Der folgende Artikel stützt sich stark auf eine Analyse von Dr. Ing. Günter Keil, pensionierter leitender Mitarbeiter im Bundesforschungsministerium, der gängige Mythen, auf denen das gesamte Energiekonzept der Bundesregierung fußt, auf Stringenz und Realisierbarkeit abklopft. Er zeigt darin anschaulich auf, auf welch wackligen Beinen der tönerne Koloss steht, der uns das Leben in den nächsten Jahrzehnten erschweren soll. Aufgrund der beachtlichen Länge des Artikels habe ich mich entschieden, eine Zusammenfassung hier einzustellen, um sie,  liebe Leser_Innen , zur Lektüre zu ermutigen. Weiterlesen…

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